Güte gegenüber den Nachbarn - Teil 2

Güte gegenüber den Nachbarn - Teil 2
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Es wurde überliefert, dass Âischa (möge Allâh mit ihr zufrieden sein) sagte: „O Gesandter Allâhs, ich habe zwei Nachbarn. Welchem von ihnen soll ich etwas schenken?“ Er (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) antwortete: „Demjenigen, dessen Tür dir näher ist.“

Der Prophet (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte: „Hüte dich (vor den zweifelhaften Dingen, um nicht versehentlich etwas Verbotenes zu begehen; s. Erklärung zu Al-Wara; d. Ü.), und du wirst derjenige sein, der Allâh am meisten ergeben ist. Sei zufrieden, und du wirst Allâh am dankbarsten sein. Liebe für die Menschen, was du für dich selbst liebst, und du wirst ein (wahrer) Gläubiger sein. Sei deinen Nachbarn ein guter Nachbar, und du wirst ein (wahrer) Muslim sein.“

Es gehört zu den Rechten eines Nachbarn, sich mit ihm in Kontakt zu setzen und regelmäßig nach ihm zu fragen. Leider kennen manche Menschen ihren Nachbarn nicht. Diese Entfremdung kann viele Jahre lang anhalten, entweder aus Vernachlässigung, Gleichgültigkeit oder aus der Sorge um das eigene weltliche Leben. Bedauerlicherweise ist dies in Großstädten, die stark von der Moderne betroffen sind, häufig der Fall. Es besteht kein Zweifel, dass diese Haltung eine verwerfliche Nachlässigkeit widerspiegelt, denn es gehört zu den Rechten des Nachbarn, ihn kennen zu lernen und sich in Zeiten der Freude, der Trauer und der Sorgen rücksichtsvoll um ihn zu kümmern. Das geschieht nur, wenn man nach ihm und seinen Umständen fragt, um seine Bedürfnisse zu verstehen. Er kann krank oder verschuldet sein oder in irgendeiner Weise Hilfe benötigen.

Wie viele Menschen schlafen friedlich, während ihr Nachbar wegen irgendwelcher Sorgen eine schlaflose Nacht verbringt! Ist dies das Wesen eines Muslims, während der Prophet (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte: „Nicht geglaubt hat er an mich, wer die Nacht satt verbringt, während er weiß, dass sein Nachbar hungrig ist.“

Es wird berichtet, dass Muhammad ibn Al-Dschahm ein Nachbar von Sa‘îd ibn Al-Âs war (möge Allâh mit ihm zufrieden sein), der ihn jahrelang freundlich und gut behandelte. Als Muhammad ibn Al-Dschahm sein Haus für 50.000 Dirham verkaufen wollte und Menschen kamen, um dem Verkauf beizuwohnen, sagte er zu den potenziellen Käufern: „Was würdet ihr dafür geben, wenn ihr Sa‘îd ibn Al-Âs als euren Nachbarn bekämet?“ Sie antworteten: „Du kannst uns doch nicht einen Nachbarn verkaufen! Wir wollen nur das Haus kaufen!“ Er sagte: „Wie sollte ich das nicht tun, wenn er doch ein Nachbar ist, der dir hilft, wenn du ihn bittest, der nach dir fragt, auch wenn du es nicht tust, der dich freundlich behandelt, auch wenn du dich ihm gegenüber schlecht benimmst, und der mit dir fühlt, auch wenn du versuchst, ihn zu erzürnen?“ Als Sa‘îd (möge Allâh mit ihm zufrieden sein) davon hörte, schickte er seinem Nachbarn 100.000 Dirham und ließ ihm ausrichten: „Behalte dein Haus.“

Wenn es im Islâm verboten ist, anderen Menschen ohne Recht Schaden zuzufügen, dann ist es umso schlimmer, dem Nachbarn zu schaden. Der Gesandte Allâhs (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte: „Wer an Allâh und den Jüngsten Tag glaubt, der soll seinen Nachbarn nicht belästigen.“

Er (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte auch: „Bei Allâh, er ist nicht gläubig, bei Allâh, er ist nicht gläubig, bei Allâh, er ist nicht gläubig!“ Man fragte: „Wer, o Gesandter Allâhs?“ Er (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) entgegnete: „Der, dessen Nachbarn nicht vor seinem Unheil sicher sind.“ Außerdem sagte er (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken): „Derjenige, dessen Nachbar nicht vor seinem Übel sicher ist, wird nicht ins Paradies eintreten.“

Es wurde auch überliefert, dass der Prophet (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) wie folgt gefragt wurde: „Die Soundso betet nachts freiwillig, fastet, tut Gutes und spendet Almosen. Allerdings belästigt sie ihre Nachbarn mit ihrer Zunge.“ Der Gesandte Allâhs (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte: „In ihr ist nichts Gutes. Sie ist im Höllenfeuer.“ Sie sagten: „Die Soundso verrichtet die vorgeschriebenen Gebete, gibt als Almosen kleine Stücke an Trockenmilch und schadet niemandem.“ Der Gesandte Allâhs (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte: „Sie ist im Paradies.“ (Ahmad, sahîh).

Würden sich die Menschen an die islâmischen Verhaltensregeln und Umgangsformen halten, wäre die Menschheit glücklich, sicher und friedvoll, wodurch wir uns den Bruch im sozialen Gefüge der muslimischen Familie und Gesellschaft ersparen könnten. Leider erstreckt sich diese Kluft auch auf die Beziehungen zwischen muslimischen Ländern. Wenn Muslime die islâmischen Verhaltensregeln, die in der Sunna hervorgehoben werden, befolgen und sich an sie halten würden, verschwände diese Uneinigkeit, und die Bande der Liebe zwischen muslimischen Individuen, Gesellschaften, Völkern und Nationen könnten sich festigen und wachsen.

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