Reichtum ist wie der Pflanzenwuchs im Frühling – Teil 2

Reichtum ist wie der Pflanzenwuchs im Frühling – Teil 2
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Der Sprachwissenschaftler Ibn Duraid sah in der rhetorischen Ausdrucksweise dieser prophetischen Warnung ein Beispiel für die prägnante Rede, die vor dem Propheten (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) kein anderer hervorgebracht habe, um diese Bedeutung zu vermitteln. Alle ähnlichen Äußerungen wurden später diesem Ausspruch entlehnt.

Der zweite Vergleich ist der eines genügsamen Menschen, der sich darauf beschränkt, sich das zu beschaffen, was er an weltlichem Gewinn benötigt, und den Rest rechtmäßig verteilt. Der Prophet (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte über ihn: „(…) außer einem pflanzenfressenden Tier, das isst, bis es satt wird. Dann wendet es sich zur Sonne hin, entleert den Darm, uriniert, käut wieder und dann isst es wieder.”

Nachdem dieses Tier gegrast hat und sein Magen voll ist, wird sein Körper schwer, und deshalb beginnt es wiederzukäuen. Dabei wird das Zerkaute weicher. Dann wird es erneut geschluckt. Danach wendet es sich der Sonne zu, damit es leichter ausscheiden kann. Hält es jedoch die Ausscheidung zurück, so kann durch Aufblähung rasch der Tod eintreten.

Al-Qâdî Iyâd (Allâh erbarme sich seiner) sagte: „Dies ist das Gleichnis eines Menschen, der reichlichen Wohlstand besitzt und diesen gut nützt. Er wird mit einem Tier verglichen, das Grünzeug frisst. Der Vergleich zielt auf eine Person, die ihren Reichtum rechtmäßig ausgibt. Die Ähnlichkeit besteht darin, dass dieses weidende Tier das Grünzeug frisst, bis es voll ist, und dann wieder käut, um es erneut zu fressen und zu schlucken. Ähnlich erwirbt ein Mensch Reichtum und gibt ihn dann rechtmäßig aus (, ohne ihn zurückzuhalten).“

Al-Azharî (Allâh erbarme sich seiner) meinte über diese beiden Gleichnisse zusammengefasst: „Wird dieser Hadîth in zwei Teile getrennt, so wird seine Bedeutung kaum erkennbar. Er enthält zwei Vergleiche: Der erste ist der eines Menschen, der gefräßig nach weltlichen Vergnügungen sucht und den Reichtum nicht rechtmäßig ausgibt. So jemand ist wie ein Tier, das an Überfressen zu Grunde geht. Der zweite Vergleich ist der eines Menschen, der weltliche Güter genügsam erlangt und sich ihrer bedient. Er gleicht einem Tier, das Grünzeug frisst. Dieses Grünzeug ist jedoch nicht das, was der Frühling hervorbringt, sondern samentragende Gräser (…). Der Prophet (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) verglich den genügsamen Menschen mit diesem grasfressenden Tier, da er weltliche Güter nicht anhäuft oder zurückhält und er nicht von Gier getrieben ist, sie sich mit ungesetzlichen Mitteln anzueignen oder sie anderen Menschen, die sie benötigen, vorzuenthalten. So jemand wird von den Übeln des weltlichen Lebens verschont, genauso wie das grasende Tier überlebt, da Weidevieh oft eingeht, wenn es die Nahrung nicht wieder käut.“

Einige Kommentatoren dieses Hadîths haben die beiden Analogien ausführlich beschrieben und daraus verschiedene Gleichnisse abgeleitet. Einer von ihnen, Az-Zain ibn Al-Munîr (Allâh erbarme sich seiner), sagte: „Dieser Hadîth enthält sehr schöne Gleichnisse:

  • Er vergleicht Reichtum und sein Wachstum mit einer Pflanze und wie sie keimt.
  • Er vergleicht diejenigen, die mit der Anhäufung von Reichtum und weltlichem Gewinn beschäftigt sind, mit Vieh, das nur Gras frisst.
  • Er vergleicht das Anhäufen und Vorenthalten von Reichtum mit Unmäßigkeit beim Essen und Völlerei.
  • Er vergleicht geizig ausgegebenes Vermögen mit dem Dung, um den Geiz zu betonen. Es ist eine passende Metapher, welche anzeigt, wie abstoßend eine solche Handlung nach der Scharîa ist.
  • Er vergleicht denjenigen, der es unterlässt, Reichtum anzuhäufen, mit einem Schaf, das sich in der Sonne ausruht. Es sonnt sich und ist damit auf schönste Weise ruhig und entspannt.
  • Er vergleicht den Tod eines Menschen, der Reichtum anhäuft und anderen vorenthält, mit dem Verenden eines Weidetiers, das sich nicht vor dem eigenen Schaden hüten kann.“
     

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