Wohin die Dehnungsstreifen führen – Teil 1

Wohin die Dehnungsstreifen führen – Teil 1
  • Veröffentlicht:29.11.2021
  • Kategorie:Frau
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Einige freundliche Ratschläge für verzweifelte neue Mütter

„Und Wir haben dem Menschen anempfohlen, zu seinen Eltern gütig zu sein. Seine Mutter hat ihn unter Widerwillen getragen und unter Widerwillen zur Welt gebracht“ (Sûra 46:15).

Von jenem ersten positiven Schwangerschaftstest bis zum besonderen Moment, in dem du endlich dein Baby zu Hause siehst, verändert sich das Leben. Es ist ein Wirbelwind, der alles auf den Kopf stellt. Körper, Geist und Emotionen verändern sich vollkommen. Diese scheinen nicht mehr unter deiner Kontrolle zu stehen – und das sind sie auch nicht, zumindest vorübergehend.

Aber zwei Dinge bleiben konstant: Unzählig fallen die Regentropfen, aber in weitaus geringerer Menge als die Segnungen, die auf die Mutterschaft einwirken. Überall, wo du hingehst und alles, was du tust, kann mit der richtigen Absicht göttliche Gnade auf dich herabregnen lassen von dem Einen, der Frauen mit dem geehrt hat, was kein Mann verstehen kann: Mutterschaft. Durch Seine Bestimmung ertragen einige von uns die Schmerzen der Schwangerschaft und erhalten dadurch die Möglichkeit, unsagbare und immerwährende Früchte zu ernten. Denn tief in der urweiblichen Psychologie verschmelzen ihre mühsamen Prüfungen mit der geheimnisvollsten Matrix aller menschlichen Erfahrung. Körperlicher und seelischer Schmerz verwandeln sich in reinste Leidenschaft und hüllen das Neugeborene in einen emotionalen Mantel, der dem Menschen am meisten Freude bereitet: die Mutterliebe. Es braucht in der Tat all diese Liebe, um diese höchst anspruchsvolle Aufgabe zu erfüllen, für die Mütter individuell auserwählt wurden. Darum seid willkommen zur Mutterschaft.

Die Belohnungen der Mutterschaft sind vielfältig, erfüllend, spirituell immanent und im kommenden Leben äußerst wichtig. Doch alles beginnt mit der wohl schlimmsten Pein: dem körperlichen und dann dem seelischen Schmerz.

Körperliche Schmerzen und psychische Belastung

Das in einer Schwangerschaft und Mutterschaft entstehende Chaos im Körper einer Frau ist wahrlich ein Gewittersturm: Gewichtszunahme, Dehnungsstreifen, Erschöpfung, Schlafentzug, Entstellung – die körperlichen Auswirkungen der Mutterschaft sind unvorstellbar.

Aber schau dir die silbrigen Spuren genauer an, die sich jetzt über deinen Unterleib spinnen. Jede ihrer zarten Falten bahnt sich einen besonderen Weg. Wohin aber führen diese Furchen? Nun, wir wissen, wo sie begonnen haben. Jede einzelne dieser Narben und Schwellungen hat ihren Ursprung im Schmerz und der Aufopferung, die du selbstlos für dein Kind aufgebracht hast, um seinem Bedürfnis nach Nahrung und Komfort gerecht zu werden. „Gewiss, mit der Erschwernis ist Erleichterung“ (Sûra 94:6). So lautet das darauffolgende Versprechen Allâhs, welches im Qurân zweimal treffend in Sûra As-Scharh gegeben wird.

Dieser Vers umfasst alle schwierigen Situationen für den Gläubigen und richtet sich in erster Linie an den Propheten (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken). Dennoch gibt dieser Qurânvers den Müttern frohe Botschaft und Hoffnung für all die Schwierigkeiten, die sie ertragen müssen, selbst wenn diese nicht im direkten Zusammenhang mit den Belastungen im Leben des Propheten stehen. Mutterschaft ist keine leichte Aufgabe. Abgesehen von der Veränderung der weiblichen Figur, sind die emotionalen und spirituellen Schäden weitaus höher zu bewerten. Doch unsere Verluste werden von Allâh nicht nur vertröstet, sondern unermesslich entschädigt. Je größer unser Leiden und unsere Aufopferung, desto gewaltiger ist unsere göttliche Belohnung in den paradiesischen Gärten des Jenseits. Wir erhalten im Paradies weitaus schönere körperliche, geistige und emotionale Freuden, als wir es uns in der Kürze dieser Welt je vorstellen könnten.

Wenn ich über meine eigenen Erfahrungen beim Austragen, Entbinden und Aufziehen von Kindern nachdenke und mich daran erinnere, was mir (und allen um mich herum) die meiste Zeit durch den Kopf ging, weiß ich mit Sicherheit, dass ich ohne die Hilfe und Erleichterung von Allâh die Mutterschaft niemals hätte ertragen können, nicht einmal für einen Tag. Doch die Denkweise einer muslimischen Frau ist anders. Diese weiß mit Gewissheit, dass alle Bestimmungen und Auswirkungen bei ihrem barmherzigen Herrn und allwissenden Schöpfer liegen. Spontan erhebt sich in dir ein funkelndes, aufrichtiges Gefühl, dass du Ihn allein unbedingt brauchst. Tief vergraben in den Geburtswehen, welche dich sogar bis zum bildlichen Rumpf des realen Baumes der lieben Maryam  Frieden sei auf ihr ) treiben, betest du, flehst und rufst um Hilfe und sehnst dich nach einer Befreiung. Dein Kummer gipfelt in einer Krise; und Er ist da, ganz nah. Plötzlich bist du frei.

Viele neugewordene Mütter sagen mir jedoch, dass die Erholung an solchen Tagen ihre größte Herausforderung ist. Deshalb habe ich ein paar Vorschläge zusammengestellt, welche dir helfen werden, mit der anstehenden Erholung umzugehen. Hab Vertrauen – du kannst dich langsam in einen körperlichen und geistigen Zustand versetzen, der besser ist als vor der Geburt. Lies einfach weiter; möge es dir von Nutzen sein.

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