Die Schlacht von Badr am 17. Ramadān – Teil 1

Die Schlacht von Badr am 17. Ramadān – Teil 1
  • Veröffentlicht:10.05.2022
  • Kategorie:Höhepunkte
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Am Anfang des Monat des Ramadân, im zweiten Jahre der Hidschra, erreichte Medina die Nachricht, dass eine Karawane aus Syrien kam, die an Madîna vorbeiziehen würde. Um den Nicht-Muslimen Furcht einzuflößen und auch um auf den Angriff von Kurz ibn Dschâbir zu antworten, wies der Prophet (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) eine Gruppe der aus Mekka Ausgewanderten und der ursprünglichen Bewohner von Medina an, die Karawane abzufangen, so dass die Mekkaner wissen würden, dass die Verschlechterung der Beziehung mit den Leuten von Medina sich als schädlich für ihre Handelsaktivitäten mit Syrien herausstellen könnte. Dieser Trupp wurde aus dem einzigen Grund entsandt, sie zu erschrecken, und nicht zum Kämpfen.

Die mekkanische Handelskarawane wurde über die Bewegung der muslimischen Seite informiert. Abû Sufyân, der Führer der Karawane, der zu jener Zeit ein Glaubensverweigerer war, führte sie von der Hauptroute hinweg. Er beauftragte auch Damdam ibn Amr Al-Ghifârî damit, nach Mekka mit der Information zu eilen, dass die Karawane einer Gefahr seitens der Muslime ausgesetzt war und dass sich die Mekkaner beeilen sollen, um ihr zu helfen und um ihre Waren zu schützen. In Folge dieser Nachricht marschierte Abû Dschahl mit großem Enthusiasmus aus Mekka an der Spitze einer großen, aus siebenhundert Kamelen und dreihundert Pferden bestehenden Armee los. Die ganze Armee war bis zu den Zähnen bewaffnet, und auch Vorsänger von Kriegsliedern begleiteten die Armee. Al-Abbâs ibn Abdulmuttalib, Utba ibn Rabîa, Umayya ibn Chalaf, Nadar ibn Al-Hârith, Abû Dschahl ibn Hischâm und andere (insgesamt 13 Männer) wurden damit beauftragt Essen an die Armee auszugeben. Der muslimische Trupp, der entsandt worden war, um die Handelskarawane in Furcht zu versetzen, kehrte nach Medina zurück.

Die Schlacht von Badr

Abû Sufyân ließ Abû Dschahl wissen, dass er in Mekka angekommen war und dass auch er zurückkommen solle. Abû Dschahl wies diesen Vorschlag jedoch zurück. Abû Dschahl war mit der Armee nicht nur aufgebrochen, um Sicherheit zu gewähren, sondern auch um die Tötung von Amr ibn Al-Hadhrami durch eine Gruppe von Muslimen zu rächen, die vom Propheten nach Nachla entsandt worden war, um einen Vorfall zu überprüfen.

Die Quraisch hatten schon mit den Vorbereitungen begonnen, um sich zu rächen. Sie waren schon im Begriff Medina anzugreifen, als Damdam ibn Amr Mekka erreichte, um sie um ihre Hilfe zu fragen. Abû Dschahl marschierte in Richtung Medina. Der Prophet (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) wurde auf die Bewegung der quraischitischen Armee aufmerksam gemacht und über all die namhaften Anführer informiert, die die mekkanischen Truppen begleiteten.

Der Prophet (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) rief seine Anhänger zusammen und fragte sie , nach der derzeitigen Entwicklung um Rat und fragte die Gefährten: „Mekka entsandte seine besten Kämpfer gegen euch. Was haltet ihr davon ihnen gegenüberzutreten?“ Zuerst äußerten sich Abû Bakr, dann Umar ibn Al-Chattâb und Al-Miqdâd  möge Allah mit ihnen zufrieden sein mit Worten des Mutes und der Entschlossenheit. Letzterer sagte: „O Prophet Allâhs, wir werden nicht das sagen, was die Kinder Israel zu Moses sagten: Gehe du und dein Herr und kämpft, wir werden hier sitzen!“ Der Prophet fragte sie nochmals um ihren Rat. Dadurch wollte er in Wirklichkeit die Reaktion der Ansâr (diejenigen in Medina, die den aus Mekka Ausgewanderten halfen) sehen, da alle drei, die ihre Unterstützung und Treue gelobten, zu den Muhâdschirûn (den aus Mekka Ausgewanderten) gehörten. Als der Prophet die gleiche Frage nochmals gestellt hatte, realisierten dann die Ansâr, dass die Frage an sie gerichtet war.

Das ursprüngliche Bündnis mit ihm betraf seine Verteidigung in Medina und legte ihnen keinerlei Verpflichtungen auf, an einer militärischen Expedition außerhalb ihres Gebietes teilzunehmen. Sa‘d ibn Mu‘âdh (möge Allâh mit ihm zufrieden sein) stand sofort auf, um zu antworten: „O Prophet Allâhs, es scheint, als würdest du uns ansprechen und unsere Antwort haben wollen.“ – „Ja!“ entgegnete der Prophet (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken). Sa‘d fuhr daraufhin fort: „Wir haben an dich geglaubt und glauben immer noch ohne Einschränkung, dass du Allâhs Gesandter bist. Wie kann es sein, dass Allâhs Gesandter auszieht um die Nicht-Muslime zu bekämpfen, während wir in unseren Häusern sitzenbleiben? Diese Nicht-Muslime sind doch schließlich Männer wie wir. Wie können wir sie fürchten? Wenn du uns anweist, uns ins Meer zu stürzen, dann tun wir dies!“

Mangel an Ausrüstung

Zufrieden mit der zuverlässigen Unterstützung und Entschlossenheit der Gefährten entschloss sich der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken , abzumarschieren. Die gesamte Anzahl der Kämpfer übertraf keine 310 oder 312 oder 313, je nach verschiedenen Überlieferungen. Als sie dann endlich außerhalb der Stadt überprüft wurden, wurden einige Kinder vorgefunden, die die Truppen begleiteten, aber noch nicht in ausreichendem Maß bereit, um an der Schlacht teilzunehmen. Der Prophet (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken), wies sie daher an zurückzukehren. Manche von ihnen flehten beharrlich darum sich beteiligen zu dürfen und einige von ihnen durften die Armee begleiten. Es war jedenfalls keine gut ausgestattete Streitkraft. Die islâmische Armee hatte nur zwei Pferde, die in der Obhut von Az-Zubair ibn Al-Awwâm und Al-Miqdâd  (möge Allâh mit ihnen zufrieden sein) standen, und siebzig Kamele, die abwechselnd von drei oder vier Personen geritten wurden. Viele begleiteten die Armee zu Fuß. Als sie Badr erreichte, bemerkte die islâmische Armee, dass die feindliche Streitkraft schon einen höher gelegenen Platz besetzt und ihre Zelte darauf aufgeschlagen hatte. Die Muslime mussten den niedrigeren sandigen Ort nehmen. Die Brunnen von Badr waren jedoch unter der Kontrolle der muslimischen Streitkraft. Der Prophet (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) gab Anweisung, dass jeder Glaubensverweigerer, der wegen Wasser kam, nicht davon abgehalten werden sollte. Für den Propheten (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) wurde auf einer Anhöhe, die das Schlachtfeld überschaute, eine Hütte aus Palmenästen errichtet. Er betete und flehte um Hilfe und den Segen Allahs.

Die Anzahl der Gefährten war nur ein Drittel der der Mekkaner, und ihre Waffen waren weniger als ein Hundertstel von dem, was die quraischitische Armee hatte. Deren Armee bestand aus jungen und starken Männern, die alle Körperpanzer trugen. Die Muslime waren hingegen ausgehungert, schwach, krank und alt. Die meisten von ihnen besaßen nicht einmal einfache Waffen. Manche von ihnen hatten Schwerter, aber keine Bogen und Pfeile, während andere Speere besaßen, aber keine Schwerter. Als die Muslime lagerten, sandten die Glaubensverweigerer Umair ibn Wahb Al-Dschumahî als Spion, um die Anzahl der muslimischen Soldaten herauszufinden. Umair berichtete, dass sie nicht mehr als 310 seien, mit einer Kavallerie von nur zwei Personen. Das Ausmaß der Arroganz der Glaubensverweigerer kann durch die Aussage des Utba ibn Rabîa abgeschätzt werden, der verächtlich bemerkte: „Lasst uns zurückkehren, ohne zu kämpfen!“ Er bezog sich auf die schmachvolle niedrige Anzahl der Muslime, die der großen Anzahl der gut ausgerüsteten Armee der Mekkaner nicht gewachsen war. Abû Dschahl widersprach dem Vorschlag aber heftig und drückte seine feste Entschlossenheit aus, die Muslime auszulöschen, egal wie wenig sie auch seien.

Beginn der Schlacht

Schließlich, am 17. Ramadân des zweiten Jahres nach der Hidschra, als die zwei Armeen sich gegenüberstanden, kehrte der Prophet (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken in seine kleine Hütte zurück und bat Allâh flehentlich um göttliche Hilfe. Er flehte seinen Herr an: „O Allah! Wenn Du diese kleine Gruppe von Muslimen auslöschen würdest, würdest du nicht mehr auf Erden angebetet werden.“

Er verrichtete dann zwei Raka (Gebetseinheiten). Danach schlief er etwas und kam dann erfrischt und lächelnd aus seiner Hütte und sagte mit äußerster Überzeugung: „Die feindliche Streitkraft wird besiegt werden. Sie werden fliehen.“

Der Prophet (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) hatte bereits Anweisung erteilt, den Kampf nicht zu beginnen. Es gab ungefähr achtzig Muslime von den Muhâdschirûn und der Rest gehörte zu den Ansâr. Unter den Ansâr waren 61 vom Stamm Al-Aus und 170 vom Stamm Al-Chazradsch. Die Reihen wurden auf beiden Seiten geordnet. Mit einem Pfeil in seiner Hand stellte der Prophet (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) die Reihen zusammen. In der Zwischenzeit traten gemäß arabischer Tradition Utba und Schaiba, die Söhne von Rabîa und Al-Walîd ibn Utba, vor, und auf ihren Ruf reagierend drei der Ansâr. Auf und Mu‘awwidh – die Söhne von Afra – und Abdullah ibn Rawâha traten hervor, um sie zu bekämpfen. Utba fragte: „Wer seid ihr?“ – „Wir sind die Ansâr!“ Er rief dann: „O Muhammad! Sende uns die von uns Abstammenden, die Männer unseres eigenen Stammes!“ Der Prophet (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte: „Zieh los, o Hamza ibn Abdulmuttalib, um Utba einen Kampf zu liefern! Ubaida ibn Al-Hârith, kämpfe gegen Schaiba, den Bruder von Utba! und Alî ibn Abû Tâlib, befasse dich mit Al-Walîd – dem Sohn von Utba!“

Auf diese Anweisung hin erhoben sich alle drei Gefährten (möge Allâh mit ihnen zufrieden sein) von ihren Plätzen und traten ihren jeweiligen Rivalen gegenüber. Utba wollte ihre Namen wissen, obwohl er sie sehr wohl kannte. Als er dann ihre Namen hörte, sagte er: „Ja, wir werden gegen euch kämpfen!“ Die Konfrontation begann. Hamza und Alî (möge Allâh mit ihnen zufrieden sein) schlugen Vater und Sohn, Utba und Al-Walîd, mit ihren Schwertern. Ubaida und Schaiba erlitten beide Verletzungen in der Begegnung. Alî ibn Abû Tâlib und Hamza vernichteten den Feind des Islâm und brachten Ubaida zum Propheten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken .
 

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