Fitra: Die gottgegebene Veranlagung - Teil 1

11/12/2012| IslamWeb

Da Allâh bei der Erschaffung Âdams alle Menschen Zeugnis über Seine Göttlichkeit ablegen ließ, wurde dieser Schwur in die menschliche Seele eingeprägt, noch bevor sie im fünften Monat der Schwangerschaft in den Fötus eintritt. Daher hat ein Kind, wenn es geboren wird, einen natürlichen Glauben an Allâh. Dieser natürliche Glaube wird im Arabischen als „Fitra“ bezeichnet. Würde man ein Kind alleine lassen, so würde es Allâh in Seiner Einheit erkennend aufwachsen. Aber alle Kinder werden von ihrer Umgebung beeinflusst.

 

Der Prophet Muhammad  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken überliefert, dass Allâh gesagt hat: „Ich habe meine Diener in der richtigen Religion erschaffen, aber die Teufel sorgten dafür, dass sie fehlgehen.“ (Überliefert von Muslim) Der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken sagte auch: „Jedes Kind wird mit der Fitra geboren, und seine Eltern machen dann aus ihm entweder einen Juden oder einen Christen. Genauso wie das Tier, das ein Tier zur Welt bringt. Hast du schon mal ein junges Tier verstümmelt geboren gesehen, bevor man es verstümmelt?“ (Überliefert von Al-Buchâri und Muslim)

 

Ähnlich wie sich der Körper eines Kindes den physischen Gesetzen unterwirft, die Allâh der Natur auferlegt hat, unterwirft sich seine Seele auf natürliche Weise der Tatsache, dass Allâh sein Herr und Schöpfer ist. Seine Eltern werden aber versuchen, dem Kind ihren eigenen Weg aufzuzwängen. Ein Kind ist in den ersten Jahren seines Lebens weder in der Lage, dem standzuhalten, noch dem Willen seiner Eltern zu widersprechen. Die Religion, der ein Kind folgt, hängt von Bräuchen und Erziehung ab. Allâh verlangt von einem Kind bis zu einer gewissen Phase seines Lebens keine Rechenschaft und bestraft es auch nicht wegen seiner Religion. Reift das Kind jedoch in der Jugend heran und werden ihm klare Beweise für die Unrichtigkeit seiner Religion gebracht, so muss der nunmehr Erwachsene der Religion des Wissens und der Vernunft folgen. In diesem Augenblick versuchen die Teufel ihr Bestes, ihn zu ermutigen, in seinem Zustand zu verharren oder noch weiter irrezugehen. Das Schlechte wird ihm angenehm gemacht, und er muss nun einen Kampf zwischen seiner Fitra und seinen Wünschen ausfechten, um den rechten Weg zu finden. Entscheidet er sich für seine Fitra, wird Allâh ihm helfen, seine Wünsche zu bezwingen.

 

Da all diese mächtigen Kräfte gegen die Fitra kämpfen, hat Allâh bestimmte rechtschaffene Menschen auserwählt und ihnen den richtigen Weg im Leben offenbart. Diese Menschen, die wir als Propheten bezeichnen, wurden gesandt, um unserer Fitra im Kampf gegen ihre Feinde beizustehen. Alle Wahrheiten und alle guten Handlungen, die heutzutage in den verschiedenen Gesellschaften der ganzen Welt verbreitet sind, haben ihren Ursprung in den Lehren der Propheten. Hätte es ihre Lehren nicht gegeben, so gäbe es auf der Welt keinen Frieden und keine Sicherheit. So basieren beispielsweise die Gesetze der meisten westlichen Länder, selbst wenn sie sich als säkular regiert und frei von religiösem Einfluss verstehen, auf den Zehn Geboten des Propheten Moses, wie „Du sollst nicht stehlen“ und „Du sollst nicht töten“ etc.

 

Es ist die Pflicht der Menschen, dem Weg der Propheten zu folgen, da dies der einzige Weg ist, der wirklich mit der menschlichen Natur im Einklang steht. Man sollte auch darauf achten, nicht nur einfach etwas zu tun, weil es die eigenen Eltern und deren Eltern zu tun pflegten. Ganz besonders dann nicht, wenn das Wissen zu einem gelangt, dass eine bestimmte Handlung falsch ist. Folgt man der Wahrheit nicht, wird man wie jene fehlgeleiteten Menschen sein, über die uns Allâh im Qurân Folgendes sagt:

 

„Folgt dem, was Allâh herabgesandt hat“, sagen sie: „Nein! Vielmehr folgen wir dem, worin wir unsere Väter vorgefunden haben.“ Was denn, auch wenn ihre Väter nichts begriffen und nicht rechtgeleitet waren? (Sûra 2:170)

 

Allâh verbietet uns, unseren Eltern zu gehorchen, wenn sie von uns etwas verlangen, das dem Weg der Propheten widerspricht. Er sagt im Qurân:

 

"Und Wir haben dem Menschen anbefohlen, seine Eltern mit Güte zu behandeln. Wenn sie sich aber darum bemühen, dass Du Mir das beigesellst, wovon du kein Wissen hast, dann gehorche ihnen nicht." (Sûra 29:8)

Diejenigen, die den Vorteil hatten, in einer muslimischen Familie geboren worden zu sein, müssen sich darüber im Klaren sein, dass all diesen „Muslimen“ nicht automatisch das Paradies garantiert ist. Der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken warnte uns davor, dass ein großer Teil der muslimischen Nation den Juden und Christen folgen wird. Sie werden ihnen so dicht auf den Fersen folgen, dass sie, verkröchen sich jene in das Loch einer Dornschwanzechse, ihnen selbst dorthin nachkriechen würden. (Überliefert von Al-Buchâri und Muslim) Und er sagte auch, dass vor dem Anbruch des Jüngsten Tages einige Muslime Götzen anbeten werden. (Überliefert von Al-Buchâri und Muslim) All diese Leute werden muslimische Namen tragen und sich für Muslime halten, aber am Tage des Gerichts wird ihnen das wenig nützen.

 

Fitra: Die gottgegebene Veranlagung - Teil 2

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