Dies ist die Religion Allâhs - Teil 4

25/12/2012| IslamWeb

Die Erkenntnis als gottgegebene Veranlagung

 

Wie kann man von allen Menschen erwarten, an den einen wahren Gott zu glauben, wenn man all die voneinander abweichenden Hintergründe, Gesellschaften und Kulturen berücksichtigt? Damit die Menschen dafür verantwortlich gemacht werden können, ob sie den einen wahren Allâh anbeten, brauchen all diese Leute einen Zugang zum Wissen über Ihn. Die letzte Offenbarung lehrt uns, dass alle Menschen über eine gottgegebene Veranlagung zur Erkenntnis des einen wahren Gottes verfügen.

 

Nachdem Allâh den ersten Menschen erschaffen hatte, veranlasste Er, dass alle seine Nachkommen hervorkamen und Er von ihnen ein Versprechen abnahm:


„Bin Ich nicht euer Herr?", sagten sie: "Doch, wir bezeugen es.“ (Sûra 7:172)

 

Allâh gab danach den Grund an, warum Er von der ganzen Menschheit das Zeugnis annahm, dass Er ihr Schöpfer sei, und dass er der einzig wahre Gott ist, der es wert ist, angebetet zu werden. Er sagte:

 

„(Dies ist so,) damit ihr nicht am Tage der Auferstehung sprecht: "Siehe, wir wussten nichts davon.“ (Sûra 7:172)

 

Das heißt, wir können nicht an jenem Tage behaupten, dass wir nicht wussten, dass Allâh unser Gott ist. Ebenso werden wir nicht aussagen können, dass niemand uns dazu anhielt, nur Ihn anzubeten. Allâh sagt:

 

„Oder (damit ihr nicht) sprecht: ’Es waren bloß unsere Väter, die vordem Götzendiener waren; wir aber waren ein Geschlecht nach ihnen. Willst Du uns denn vernichten um dessentwillen, was die Verlogenen taten?’“ (Sûra 7:173)

 

Daher wird jedes Kind mit einem natürlichen Glauben an Allâh und mit einer angeborenen Neigung, Ihn allein anzubeten, geboren. Dieser gottgegebene Glaube und die angeborene Neigung zur alleinigen Anbetung Allâhs wird im Arabischen als „Fitra“ bezeichnet.

 

Der Prophet Muhammad  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken überliefert, dass Allâh gesagt hat: „Ich habe meine Diener in der richtigen Religion erschaffen, aber die Teufel sorgten dafür, dass sie irre gehen.“ Der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken sagte auch: „Jedes Kind wird mit der Fitra geboren, und seine Eltern machen dann aus ihm entweder einen Juden, einen Christen oder einen Parsen.“ Lässt man das Kind allein, würde es sich eigenständig der Anbetung Allâhs widmen, aber Kinder werden von den Dingen um sie herum beeinflusst. So ähnlich wie sich das Kind den physischen Gesetzmäßigkeiten unterwirft, die Allâh der Natur auferlegt hat, unterwirft sich seine Seele auf natürliche Weise der Tatsache, dass Allâh sein Herr und Schöpfer ist. Wenn aber die Eltern versuchen, das Kind auf einen anderen Weg zu bringen, so ist das Kind in den frühen Jahren seines Lebens nicht in der Lage, diesem standzuhalten oder dem Willen der Eltern zu widersprechen. In so einem Fall ist die Religion, die das Kind befolgt, eine nach Brauch und Erziehung. Und Allâh hält es bis zu einer gewissen Phase seines Lebens nicht dazu an, Rechenschaft abzulegen.

 

Die Zeichen Allâhs

 

Überall im Leben der Menschen, von der Kindheit bis zum Tod, werden ihnen die Zeichen des einen und einzig wahren Gottes in allen Gebieten der Erde und in ihren eigenen Seelen gezeigt, bis es deutlich wird, dass es nur einen einzig wahren Gott gibt. Allâh sagt im Qurân:

 

„Wir werden sie Unsere Zeichen überall auf Erden und an ihnen selbst sehen lassen, damit ihnen deutlich wird, dass es die Wahrheit ist.“ (Sûra 41:53)

 

Das Folgende ist eine Geschichte mit beispielhaftem Charakter, wie Allâh einem Mann mit Seinen Zeichen den Irrtum seines Götzendienstes offenbart. In der südöstlichen Region Brasiliens errichtete ein primitiver Stamm eine neue Hütte für den Hauptgötzen Skwatch, der für diese Menschen den höchsten Gott der gesamten Schöpfung repräsentiert. Am folgenden Tag betrat ein junger Mann die Hütte, um diesem Götzen Ehre zu erweisen. Während er sich vor dem Götzen im Glauben niederwarf, dass er sein Schöpfer und Erhalter ist, kam ein schmutziger, alter, von Flöhen befallener Hund in die Hütte herein. Genau zu diesem Zeitpunkt beobachtete der junge Mann, wie dieser Hund sein Hinterbein hob und auf den Götzen urinierte. Zornig verjagte der Jüngling den Hund aus dem Tempel. Als aber seine Wut nachließ, begriff er, dass dieser Götze nicht der Herr des Universums sein kann. Gott muss woanders sein, dachte er sich. Selbst wenn uns dies etwas seltsam erscheinen mag, so war das Urinieren des Hundes auf diesen Götzen ein Zeichen Allâhs. Dieses Zeichen enthielt die göttliche Botschaft, dass das, was er verehren pflegte, falsch war. Allâh befreite ihn von der sklavischen Befolgung der traditionell anerzogenen Anbetung eines falschen Gottes. Folglich wurde dieser Mann vor die Wahl gestellt: Entweder sucht er nach dem wahren Gott oder er beharrt auf seinen Fehlern und unternimmt nichts gegen seine eigene Fehlleitung.

 

Die Suche Abrahams nach Gott ist ein Beispiel dafür, wie ein Mensch rechtgeleitet werden kann, der die Zeichen wahrnimmt und ihnen nachgeht. Im Qurân heißt es hierzu:

 

"Und so zeigten Wir Ibrâhîm das Reich der Himmel und der Erde, - und damit er zu den Überzeugten gehöre. Als die Nacht über ihn hereinbrach, sah er einen Himmelskörper. Er sagte: "Das ist mein Herr." Als er aber unterging, sagte er: "Ich liebe nicht diejenigen, die untergehen." Als er dann den Mond aufgehen sah, sagte er: "Das ist mein Herr." Als er aber unterging, sagte er: "Wenn mein Herr mich nicht rechtleitet, werde ich ganz gewiss zum irregehenden Volk gehören." Als er dann die Sonne aufgehen sah, sagte er: "Das ist mein Herr. Das ist größer." Als sie aber unterging, sagte er: "O mein Volk, ich sage mich ja von dem los, was ihr (Ihm) beigesellt. Ich wende mein Gesicht Dem zu, Der die Himmel und die Erde erschaffen hat, als Anhänger des rechten Glaubens, und ich gehöre nicht zu den Götzendienern." (Sûra 6:79)

 

Wie bereits erwähnt wurden Propheten zu allen Nationen und Stämmen gesandt, um den natürlichen Glauben des Menschen an Allâh und die angeborene Neigung des Menschen zur alleinigen Verehrung Allâhs zu unterstützen, aber auch, um die göttliche Wahrheit in den täglichen von Allâh offenbarten Zeichen zu bestärken. Zwar wurden viele Lehren vorausgegangener Propheten entstellt, aber Teile davon sind in Reinform zurückgeblieben, die immer noch göttlich-beseelte Botschaften offenbaren. Diese erhaltenen Lichtblicke haben der Menschheit bei der Wahl zwischen Richtig und Falsch geholfen. Ihren maßgeblichen Einfluss in der Menschheitsgeschichte kann man an den „Zehn Geboten“ der Thora verstehen, die später in die christliche Lehre übernommen worden sind. Auf ähnliche Weise verhält es sich in den meisten Gesellschaften mit der Existenz von Gesetzen gegen Mord, Stehlen und Vergewaltigung: sie sind nämlich allesamt auf göttliche Quelle zurückzuführen.

 

Mithilfe der Zeichen und der Offenbarungen Allâhs an die Menschheit, haben alle Menschen die Möglichkeit bekommen, den einen und einzig wahren Gott zu erkennen.

 

Deshalb wird jede Seele im Hinblick auf den Glauben an Allâh und der Annahme der wahren Religion Allâhs Rechenschaft ablegen.

 

Diese Darstellung zeigt, dass der Name der islâmischen Religion das wichtigste Prinzip des Islâms wiedergibt: sich dem Willen Allâhs hingeben. Ebenso haben wir gelernt, dass die Bezeichnung „Islâm“ nicht von irgendeinem Menschen ausgewählt wurde, sondern von Allâh stammt. Darüber hinaus lehrt der Islâm im Gegensatz zu anderen Religionen die Einzigartigkeit Allâhs respektive Seiner Eigenschaften und befiehlt die alleinige Anbetung Allâhs, frei von jeglichen Vermittlern, die zwischen Gott und Mensch stehen. Ferner kann der Islam aufgrund der gottgegebenen Veranlagung des Menschen zur alleinigen Anbetung Allâhs von allen Menschen zu allen Zeiten erreicht werden.

 

Aufgrund der Anerkennung der Einheit Allâhs und der einfachen Zugänglichkeit dieser Religion, erhebt der Islâm den Anspruch, von Anbeginn der Zeit, in welcher Sprache diese Religion auch ausgedrückt wurde, die einzig wahre Religion gewesen zu sein und auch in Zukunft die einzig wahre Religion Allâhs zu bleiben.

 

Preis sei Allâh, dem Herrn der gesamten Schöpfung. Möge Allâh den Propheten Muhammad in Ehren halten und ihm Heil schenken. Frieden und Segen seien auf seiner Familie, seinen Gefährten und denen, die ihnen folgen.

Dies ist die Religion Allâhs - Teil 1

 

Dies ist die Religion Allâhs - Teil 2

 

Dies ist die Religion Allâhs - Teil 3

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