Wenn der Muslim ein Geschenk zu Weihnachten annimmt, aber weiß, dass es verboten ist, zählt dies dann als Heuchelei?
Fatwâ-Nummer: 135372

  • Fatwâ-Datum:21-12-2010
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Frage

Mein Verlobter hat mir zu Weihnachten ein Geschenk gebracht, das ich auch angenommen habe. Ich weiß zwar, dass es verboten ist, konnte ihm dies jedoch nicht sagen.
Zähle ich nun als Heuchlerin, da ich mich gut im Islâm auskenne, ihn aber trotzdem nicht praktiziere? Was könnt ihr mir raten?

Antwort

Der Lobpreis ist Allâhs! Möge Allâh Seinen Gesandten in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken!

 

Bevor wir auf deine Frage antworten, wollen wir dich erst einmal darauf hinweisen, dass Weihnachten keinen Ursprung im Islâm hat.

 

Durch deine Tat bist du nicht zur Heuchlerin geworden, weil der Heuchler nach außen hin den Islâm kundtut, aber in sich das Leugnen des Islâm trägt. Wenn man aber weiß, dass man etwas Falsches tut, und danach immer noch beständig auf der Sünde beharrt, ohne dass es einen interessiert, so ist die Sünde noch schlimmer bzw. die zu erwartende Strafe noch gewaltiger.

 

Die Gelehrten haben die Sünder in zwei Gruppen eingeteilt:

 

1. Jene Übeltäter, die stur auf der Sünde beharren: Ihre Sünde ist gewaltiger. Falls sie in diesem Zustand des Ungehorsams sterben, so setzen sie sich einer großen Gefahr aus (nämlich dem Höllenfeuer). Man erkennt sie daran, dass es ihnen nichts ausmacht, wenn sie sündigen, und sie auch keine Ratschläge Anderer annehmen. So sagt Allâh: "Und wenn man zu ihm sagt: „Fürchte Allâh", reißt ihn der Stolz zur Sünde hin. Die Hölle soll seine Genüge sein - wahrlich eine schlimme Lagerstatt!" (Sûra 2:206)

 

2. Die Leute, die Allâh fürchten, sowie die Rechtschaffenen, die auch manchmal kleine Fehltritte begehen. Sie ziehen jedoch aus ihrer Sünde bzw. Unachtsamkeit eine Lehre und kehren reumütig zu Allâh zurück. Über sie sagt Allâh: "Und diejenigen, die, wenn sie eine Abscheulichkeit begangen oder sich selbst Unrecht zugefügt haben, Allâhs gedenken und dann für ihre Sünden um Vergebung bitten - und wer sollte die Sünden vergeben außer Allâh? - und nicht auf dem beharren, was sie getan haben, und Kenntnis besitzen" (Sûra 3:135)

 

sowie: "Diejenigen, die Allâh fürchten, - wenn ihnen eine Anwandlung vom Satan widerfährt, bedenken sie, und da werden sie sogleich einsichtig." (Sûra 7:201)

 

So ist in ihren Herzen Furcht vor Allâh und vor Seiner Strafe, jedoch bringt sie der Teufel manchmal zu einer Sünde.

 

Man erkennt sie an folgenden Eigenschafften:

1. Keiner von ihnen strebt nach der Sünde, begeht sie auch nicht lange Zeit und beharrt nicht auf der Sünde.

 

2.  Sie verabscheuen die Sünden und sie sehen die Sünden als etwas Großes an, vor dem man sich schützen muss, wie einen Berg, der auf einen herabzustürzen droht.

 

3. Sie beeilen sich, Allâh um Vergebung zu bitten und sind traurig über ihre Fehler und kehren reumütig zu Allâh zurück.

 

Sieh nun, zu welchen der beiden Gruppen du gehörst!

 

Und Allâh weiß es am besten.

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