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Der zum Prophetenhaushalt gehörende Märtyrer: Abdullâh ibn Az-Zubair

Der zum Prophetenhaushalt gehörende Märtyrer: Abdullâh ibn Az-Zubair

Sein Name war Abû Bakr Abdullâh ibn Az-Zubair ibn Al-Awwâm  möge Allah mit ihm zufrieden sein. Er war der Sohn von Asmâ bint Abû Bakr. Seine Mutter gebar ihn, als sie Qubâ (einen Ort bei Madîna) erreicht hatte. Er war das erste Neugeborene der Auswanderer nach deren Auswanderung. Seine Mutter ging mit ihm zum Gesandten Allâhs  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken und dieser nahm ihn in seinen Schoß. Er bat um eine Dattel, die er zerkaute und dann in den Mund des Kindes legte. Somit war das Erste, was dessen Magen füllte, der Speichel des Propheten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken . Daraufhin betete er für ihn um Segen und nannte ihn Abdullâh, nach dem Namen seines Großvaters Abû Bakr. Entsprechend gab er ihm auch dessen Spitznamen (Überliefert von Muslim).

Seine Geburt war ein bedeutsames Ereignis, weil sie die Behauptungen der Juden widerlegte, die Muslime verzaubert zu haben, so dass sie in Madîna keine Kinder mehr gebären würden. Als er geboren wurde, riefen die Muslime “Allâh ist größer“, was Madîna erbeben ließ.

Abdullâh wuchs im Hause des Propheten auf, da er von seiner Tante Âischa, der Mutter der Gläubigen, erzogen wurde. Sein Mut zeigte sich bereits in seiner Kindheit. Eines Tages redeten die Gefährten mit dem Propheten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken über die Kinder der Auswanderer und Ansâr, die im Islâm geboren wurden, dass sie wie Abdullâh ibn Az-Zubair, Abdullâh ibn Dscha’far und Umar ibn Abû Salama aufwachsen sollten. Sie sagten: „Wenn du ihnen den Treueeid abnähmest, träfe sie dein Segen und man würde ihrer gedenken.“

Sie brachten sie zum Propheten, aber diese zierten sich vor dem Propheten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken , mit Ausnahme Abdullâh ibn Az-Zubairs, der sich in die erste Reihe drängte. Der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken sah ihn, lachte und sagte: „Er ist der Sohn seines Vaters.“ Er gab ihm den Treueeid, als er sieben Jahre alt war (Muslim).

Abdullâh war ein mutiger Reiter, der den bewaffneten Kampf liebte. Er folgte seinem Vater, damit dieser ihn das Reiten und Fechten lehre. Er kämpfte mit ihm in vielen Schlachten, unter Anderem in Al-Yarmûk. Er nahm an der Eroberung Afrikas teil und war der Überbringer der frohen Botschaft der Eroberung Afrikas an den Kalifen Uthmân ibn Affân  möge Allah mit ihm zufrieden sein. Er betete Allâh inbrünstig dienend an, las den Qurân, betete in der Nacht und fastete am Tag. Amr ibn Dînâr sagte über ihn: „Ich habe niemanden besser sein rituelles Gebet verrichten sehen als Ibn Az-Zubair.“ Thâbit Al-Bunânî sagte: „Ich ging an Ibn Az-Zubair vorbei, während er hinter dem Maqâm [einer Stelle in der Moschee in Makka] betete. Er war wie ein aufgestelltes Brett, er bewegte sich nicht.“ Er war einer derjenigen, die Uthmân ibn Affân damit beauftragte, die Qurân-Exemplare zu vervielfältigen.

Umar ibn Abdulazîz sagte eines Tages zu Ibn Abû Mulaika: „Beschreibe uns Abdullâh ibn Az-Zubair!“ Er entgegnete: „Bei Allah, ich habe noch nie jemanden wie ihn gesehen! Er begann das rituelle Gebet und verließ damit alles Andere. Wenn er sich verbeugte oder niederwarf, setzten sich die Vögel auf seinen Rücken und seine Schultern. Auf Grund seiner lang andauernden Verbeugung und Niederwerfung hätte man ihn für eine Mauer halten können.“

Er nahm mit seinem Vater an der Kamelschlacht teil. Nachdem die Umaiyaden die Macht übernommen hatten, war er in ständigem Zwiespalt mit ihnen und war gegen die Führung von Yazîd ibn Mu’âwiya. Als Yazîd verstorben war, gaben alle islâmischen Provinzen Abdullâh ibn Az-Zubair den Treueschwur als Kalif. Abdullâh ernannte Makka zur Hauptstadt seines Reiches. Er hielt seine Hand über den Hedschas, Jemen, Basra, Kufa und das ganze syrische Großreich außer Damaskus. Abdullâh beherrschte diese Länder, bis es Marwân ibn Al-Hakam gelang, all diese Provinzen außer den Hedschas an sich zu reißen. Der Hedschas blieb weiterhin in der Hand Abdullâhs.

Trotzdem beruhigten sich die Umaiyaden nicht und führten zahlreiche Kriege gegen Ibn Az-Zubair. Sie unterlagen in den meisten, bis zur Regierungszeit von Abdulmâlik ibn Marwân, der eine große Armee unter der Führung von Al-Haddschâdsch ibn Yûsuf Ath-Thaqafî sandte, um Makka, die Hauptstadt Abû Az-Zubairs, anzugreifen. Sie belagerten Makka sechs Monate lang und schnitten den Bewohnern die Wasser- und Lebensmittelversorgung ab, um sie dazu zu bewegen, Abdullâh ibn Az-Zubair im Stich zu lassen. Des Hungers wegen gaben viele dessen Soldaten auf, bis Abdullâh ibn Az-Zubair fast allein war. Er beschloss, seine Verantwortung bis zum Ende zu tragen. Er brach auf und kämpfte in beispielloser Tapferkeit gegen das Heer des Haddschâdsch. Zu diesem Zeitpunkt war er siebzig Jahre alt.

Zuvor ging Abdullâh zu seiner Mutter Asmâ bint Abû Bakr und erklärte ihr seine Situation. Sie entgegnete ihm: „O mein Sohn, du kennst dich besser! Wenn du denkst, dass du im Recht bist und zur Wahrheit aufrufst, dann sei standhaft, bis du auf diesem Weg stirbst! Die Jungen von Banû Umaiya sollen deinen Hals nicht bekommen. Wenn du weißt, dass du das Diesseits begehrst, dann bist du wahrhaftig ein schlechter anbetend Dienender, so dass du dich selbst und diejenigen, die mit dir kämpfen, vernichtest!“ Abdullâh erwiderte: „Bei Allâh, meine Mutter! Ich begehre nicht das Diesseits und vertraue nicht darauf. Ich war niemals im Umgang mit den Geboten Allâhs tyrannisch. Ich war nicht ungerecht und nicht verräterisch.“

Seine Mutter Asmâ sagte: „Ich hoffe, ich konnte dich trösten, ob du mir auf dem Wege zu Allâh zuvorkommst oder ich dir. O Allâh, erbarme Dich seiner langen rituellen Gebete in der Nacht, seines Durstes an den heißen Tagen und seiner Güte gegenüber seinen Eltern! O Allâh, ich überlasse ihn Deiner Angelegenheit und bin mit dem, was Du bestimmt hast, zufrieden! Gib mir für Abdullâh den Lohn der Geduldigen und Dankbaren!“

Abdullâh brach mit den bei ihm verbliebenen Muslimen auf, um gegen Al-Haddschâdsch zu kämpfen. Er und viele Muslime mit ihm starben im Jahre 37 nach der Hidschra den Märtyrertod. Als Abdullâh getötet wurde, riefen die Gefährten des Haddschâdsch “Allâh ist größer!“. Als Ibn Umar sie hörte, sagte er: „Bei Allâh, diejenigen, die bei seiner Geburt »Allâh ist größer!« riefen, sind wahrhaftig besser als diejenigen, die es bei seinem Tod tun!“ Dann kreuzigte ihn Al-Haddschâdsch an einem der Wege. Ibn Umar ging an ihm vorbei, als er am Kreuz hing, und sagte: „Friede sei mit dir, o Abû Chubaib! Ich habe versucht, dich daran zu hindern (am Kampf gegen die Umaiyaden).“ Er sagte dies drei Mal. Dann lobte er ihn und erwähnte sein Fasten, seine nächtlichen rituellen Gebete und seine Stellung. Seine Mutter, Asmâ bint Abû Bakr, kam als alte und blinde Frau und sagte zu Haddschâdsch: „Für diesen Reiter (sie meinte den gekreuzigten Abdullâh) ist die Zeit gekommen, dass er abgenommen wird.“ So nahm er ihn ab und die Muslime wuschen und begruben ihn  möge Allah mit ihm zufrieden sein.

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