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Die Rechtschaffenen und ihre Genügsamkeit während des Haddsch Teil 4

Die Rechtschaffenen und ihre Genügsamkeit während des Haddsch Teil 4

Genügsamkeit bedeutet, auf übermäßigen Komfort zu verzichten. Dies gilt insbesondere für Essen, Kleidung, Transport und Unterkunft. Während des Haddsch ist es besonders erstrebenswert, auf Luxus zu verzichten. Ein Kapitel in Imâm Al-Buchârîs „Sahîh“ trägt den Titel „Haddsch auf dem Rahl (Sattel)“. Darin wird überliefert, dass Âischa (möge Allâh mit ihr zufrieden sein), die Mutter der Gläubigen, von ihrem Bruder Abdurrahmân auf einem Kamelssattel zum Ort der Weihe (At-Tan’îm) geführt wurde. Umar (möge Allâh mit ihm zufrieden sein) sagte: „Bereitet euch für den Haddsch vor, denn er ist einer der beiden Dschihâds.“ Dann erwähnte er den Hadîth von Thamâma ibn Abdullâh ibn Anas, der sagte: „Anas vollzog den Haddsch auf einem Sattel, obwohl er weder geizig noch arm war.“ Auch der Prophet selbst soll seinen Haddsch auf einem Sattel unternommen haben, der zugleich sein Gepäck trug.“

Ibn Hadschar sagte: „Wenn er schreibt ‚Kapitel: Haddsch auf dem Rahl‘, so meint er damit einen Kamel­- und Pferdesattel. Diese Formulierung unterstreicht, dass Bescheidenheit dem Luxus vorzuziehen ist.“

Im Hadîth von Abdullâh, dem Freigelassenen von Asmâ bint Abû Bakr (möge Allâh mit ihm zufrieden sein), heißt es, dass er Asmâ jedes Mal, wenn sie an Al-Hudschûn (Ort in der Nähe von Mekka) vorbeikam, sagen hörte: „Möge Allâh Seinen Gesandten in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken. Wir sind hier mit ihm abgestiegen, und wir hatten damals leichtes Gepäck, wenige Reittiere und wenig Proviant. Ich, meine Schwester Âischa, Az-Zubair und Soundso und Soundso vollzogen die Umra. Nachdem wir das Haus (Ka’ba) berührt hatten, beendeten wir unseren Ihrâm und vollzogen dann am Abend den Ihrâm für den Haddsch.“

Al-Baihaqî widmete in seinem Werk „As-Sunan Al-Kubrâ“ ein Kapitel dem Thema „Der Pilger ist zerzaust und staubbedeckt, und er soll seinen Kopf und Bart nach dem Ihrâm nicht einölen.“ Al-Mundhirî sagte in seinem Buch „At-Targhîb wa At-Tarhîb“: „Die Ermutigung zur Bescheidenheit, Hingabe und dem Tragen einfacher Kleidung während des Haddsch – eine Aufforderung, die sich an den Beispielen der Propheten  Frieden sei auf ihnen ) orientiert.“ Dann erwähnte er eine Reihe von Hadîthen, die dies belegen, darunter den Hadîth von Abû Huraira, der sagte: „Der Gesandte Allâhs (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte: ‚Wahrlich, Allâh der Erhabene rühmt sich vor den Engeln mit den Menschen in Arafa und sagt: »Seht euch Meine Diener an, zerzaust und staubbedeckt.«‘“

Während des Haddsch hielten sich die Rechtschaffenen stets an diese Vorgehensweise:

Mudschâhid sagte: „Ein Mann bemerkte einmal in Anwesenheit von Ibn Umar: ‚Wie viele Pilger gibt es doch!‘ Ibn Umar entgegnete: ‚Wie wenige es doch sind!‘ Kurz darauf erblickte er einen Mann auf einem Kamel, dessen Sattel abgenutzt und dessen Zaumzeug nur aus einem Seil bestand. ‚Vielleicht ist dieser Mann ein Pilger‘, sagte Ibn Umar.“ Umar ibn Al-Chattâb (möge Allâh mit ihm zufrieden sein) sagte auf dem Weg nach Mekka, als er einige Pilger im Ihrâm sah: „Ihr zerzaust euer Haar, bedeckt euch mit Staub, gebt Almosen und opfert Tiere, ohne damit weltlichen Gewinn zu erzielen. Wir kennen keine bessere Reise als diese – er meinte den Haddsch.“ Abdullâh ibn Ahmad ibn Hanbal sagte: „Mein Vater vollzog fünf Mal den Haddsch zu Fuß und zweimal reitend. Bei einer seiner Pilgerreisen gab er zwanzig Dirham aus.“

Abû Nu‘aim sagte: „Als (der Kalif) Al-Mahdî nach Mekka kam, war Sufyân At-Thaurî bereits dort. Al-Mahdî lud ihn zu sich ein. Als Sufyân sah, welchen Aufwand Al-Mahdî für den Haddsch betrieben hatte, sagte er: ‚Fürchte Allâh und denke daran, dass Umar ibn Al-Chattâb (möge Allâh mit ihm zufrieden sein) den Haddsch vollzog und nur sechzehn Dinar ausgab.‘ In einer anderen Überlieferung sagte Sufyân: ‚Was sind das für Zelte? Was sind das für Pavillons?‘ Umar ibn Al-Chattâb vollzog den Haddsch und fragte: ‚Wie viel haben wir für unseren Haddsch ausgegeben?‘ Als man ihm einen vergleichsweise hohen Betrag nannte, entgegnete er: ‚Wir haben verschwendet.‘“

Sufyân At-Thaurî sagte: „Ich wurde zu Al-Mahdî in Minâ geführt und sagte zu ihm: ‚Fürchte Allâh, denn du hast diese Position und diesen Ort nur durch die Schwerter der Muhâdschirûn (Auswanderer aus Mekka) und Ansâr (Helfer aus Medina) erreicht; ihre Söhne sterben vor Hunger. Umar ibn Al-Chattâb vollzog den Haddsch und gab nur fünfzehn Dinar aus. Er pflegte unter Bäumen zu übernachten.‘ Al-Mahdî sagte zu mir: ‚Willst du, dass ich wie du bin?‘ Ich antwortete: ‚Sei nicht wie ich, aber sei weniger extravagant als du es jetzt bist und bescheidener als ich es bin!‘ Er sagte zu mir: ‚Geh hinaus.‘“

Ibn Abû Nudschaih sagte: „Al-Hasan ibn Alî vollzog den Haddsch zu Fuß und teilte sein Vermögen in zwei Hälften.“ Ein Rechtschaffener wurde einmal gefragt: „Was bedeutet das zerzauste Haar des Pilgers?“ Er antwortete: „Damit Allâh der Erhabene bezeugt, dass dir dein äußeres Erscheinungsbild nicht von Bedeutung ist und deine Aufrichtigkeit im Gehorsam erkennt.“

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