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Aufbau einer von Solidarität geprägten Gesellschaft – Teil 1

Aufbau einer von Solidarität geprägten Gesellschaft – Teil 1

Die Lehren des Islâm zielen aus gesellschaftlicher Perspektive darauf ab, alle Muslime zu einer Einheit zusammenzuführen. Der Prophet (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte hierzu: „Das Gleichnis der Gläubigen in ihrer gegenseitigen Freundschaft und Barmherzigkeit sowie ihrem Mitgefühl füreinander ist wie der Körper eines Menschen: Wenn ein Glied leidet, so leidet der ganze Körper an Schlaflosigkeit und Fieber” (Al-Buchârî und Muslim). Die Starken unter ihnen unterstützen die Schwachen, und die Reichen helfen den Armen. Soziale Gerechtigkeit manifestiert sich dadurch in der muslimischen Gemeinschaft, so dass Ziele und Erwartungen verwirklicht werden. Zahlreiche Texte und Gebote der Scharîa beschreiben die muslimische Gemeinschaft und legen dar, wie diese den Geist der Solidarität verkörpern soll.

Es gibt mehrere Ziele für eine solche Solidarität, die alle Bedürfnisse des Einzelnen und der Gemeinschaft einbeziehen, seien sie materieller oder moralischer Natur. Gesellschaftliche Solidarität bedeutet, dass Muslime zusammenarbeiten sollten: jeder nach seiner Stellung und seinen Möglichkeiten, um die öffentlichen Interessen der Gemeinschaft als Ganzes und die privaten Interessen der Einzelnen zu wahren. Auf diese Weise hat jeder Einzelne in der Gemeinschaft das Gefühl, dass seine Rechte erfüllt werden. Er ist daher bestrebt, seine Verpflichtungen gegenüber anderen Mitgliedern seiner Gemeinschaft zu wahren. Der Umfang dieser Solidarität weitet sich dann auf alle Menschen aus, also auch auf Nichtmuslime. Allâh der Erhabene sagt: „O ihr Menschen, Wir haben euch ja von einem männlichen und einem weiblichen Wesen erschaffen, und Wir haben euch zu Völkern und Stämmen gemacht, damit ihr einander kennenlernt. Gewiss, der Geehrteste von euch bei Allâh ist der Gottesfürchtigste von euch. Gewiss, Allâh ist allwissend und allkundig“ (Sûra 49:13). Allâh ehrte den Menschen und befahl uns, alle Kinder Adams mit Respekt zu behandeln. Er der Allmächtige sagt: „Und Wir haben ja die Kinder Adams geehrt“ (Sûra 17:70).

Die Lehren des Islâm legten vom ersten Tag an den Schwerpunkt auf die Förderung menschlicher Beziehungen, die Stärkung sozialer Bindungen und die Herstellung von Gleichheit unter allen Menschen, so dass jeder einzelne Muslim das Band der Brüderlichkeit mit seinen muslimischen Mitmenschen spüren könne. Der Islâm schuf auch ein soziales Schutzsystem auf der Grundlage der Zusammengehörigkeit, um den moralischen Aufbau des Einzelnen und der Gemeinschaft zu fördern. Diese Religion schuf die Grundlagen für rechtschaffene Individuen, für tugendhafte Familien und für Einheit, um die Errichtung einer muslimischen Gemeinschaft zu gewährleisten, die allen ihren Mitgliedern Sicherheit und Geborgenheit bietet.

Der Wirkungskreis dieses Gemeinschaftsgefühls beginnt mit jedem muslimischen Individuum, das sein Ego erzieht, pflegt und korrigiert, indem es sich auf das richtet, was gut für sich selbst und für alle Menschen ist. Danach kümmert sich der Mensch um seine Familienangehörigen und Verwandten. Jedes Familienmitglied trägt seine eigene Verantwortung und erfüllt seine Pflichten, indem es auf der Grundlage der Worte des Propheten (möge Allâh ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) handelt: „Jeder von euch ist ein Hirte und verantwortlich für seine Herde“ (Al-Buchârî). Ein Mann ist der Vormund in der Familie; er hat Rechte und Pflichten. Dasselbe gilt für eine Frau, die ihre eigenen Rechte und Pflichten hat.

Diese Verantwortung beginnt bereits bei der Auswahl des Ehepartners. Der Partner sollte aus einer rechtschaffenen Familie gewählt werden, damit die Familie von Grund auf in der Lage ist, den Kindern eine gute Erziehung zu bieten, die Allâh dem Erhabenen gefällt. Daher sagte der Prophet (möge Allâh in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken): „Eine Frau wird aus vier Gründen geheiratet: Wegen ihres Besitzes, wegen ihrer edlen Abstammung, wegen ihrer Schönheit und wegen ihrer Religion (d. h. ihrer Religiosität). So suche diejenige, die religiös ist! Mögen deine Hände gesegnet sein!“ (Al-Buchârî). Das Eheleben sollte auf gegenseitiger Güte beruhen, wie Allâh es vorschrieb und gemäß den Anweisungen des Propheten: „Der beste von euch ist der beste zu seiner Familie. Und ich bin der beste von euch zu seiner Familie“ (At-Tirmidhî).

Was die Erziehung und Betreuung der Kinder betrifft, so ist es eine gemeinsame Pflicht beider Elternteile. Allâh der Allmächtige sagt: „O die ihr glaubt, bewahrt euch selbst und eure Angehörigen vor einem Feuer, dessen Brennstoff Menschen und Steine sind“ (Sûra 66:6). Dazu gehört es, sie von klein auf darauf hinzuweisen, was ihnen in ihrem irdischen Dasein und im Jenseits nützt, angefangen bei den Anbetungshandlungen und guten Taten. Der Prophet (möge Allâh in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte: „Schreibt euren Kindern das Gebet vor, wenn sie sieben Jahre alt sind und gebt ihnen einen (förderlichen) Klaps, wenn sie zehn Jahre alt sind (und nicht beten)“ (Ahmad).

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